Buchrezension: Gemeinsam die Welt verändern – aber wie?

Zusammen zu einem konstruktiven Wandel beitragen! Das ist oft Teil der Vision von permakulturellen Projekten. Doch wie wir dann mit Freude und ohne auszubrennen vorwärtskommen, das ist nicht immer konfliktfrei. Eva Stützel zeigt in ihrem Praxishandbuch "Gemeinsam die Welt verändern – aber wie?", dass erfolgreiche Initiativen vor allem Menschen brauchen, die gerne zusammenarbeiten. Häufig seien unausgesprochene Konflikte, unklare Ziele, schlechte Aufgabenverteilungen oder zeitliche Überforderung Gründe dafür, dass gute Ideen trotz ihrer wichtigen Ziele scheitern.


Damit es nicht soweit kommt, bietet die Organisationsentwicklerin einen Werkzeugkoffer für Gruppenprozesse. "Gemeinschaftskompass" nennt sie ihr Gestaltungsmodell. Es ist inspiriert vom Dragon-Dreaming-Rad und wie beim Dragon Dreaming teilt sie den Projektablauf in vier Quadranten auf: Intention, Struktur, Praxis und Ernte. Dazu kommen zusätzlich noch drei Handlungsebenen: Individuen, Gemeinschaft und Welt. Diese sieben Aspekte dienen ihr als Orientierungshilfen für gemeinschaftliches Leben und basieren auf der mehr als 30-jährigen Erfahrung der Autorin beim Aufbau des bekannten Ökodorfes Sieben Linden. 2021 hat Eva Stützel dazu bereits ein Handbuch veröffentlicht, jetzt weitet sie im Nachfolgeband den Wirkungsgrad auf das gemeinschaftliche Zusammenspiel in zukunftsfähigen Initiativen aus. Für mich ist das Buch ein Wegbegleiter für die Arbeit mit Gruppen geworden, denn es bietet ausser dem gesamten Prozessablauf auch die Möglichkeit, sich einzelne Werkzeuge situationsbezogen aussuchen zu können. Strukturiert und mitreissend teilt die erfahrene Prozessbegleiterin diese einfach anwendbaren Methoden und Anleitungen, damit alle Beteiligten spielerisch, konstruktiv und mit Achtsamkeit gemeinsam ans Ziel kommen.


Eva Stützel:Gemeinsam die Welt verändern – aber wie?

oekom, 2023, 352 Seiten ISBN: 978-3-98726-032-2

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