Sie selbst war lange Hobbygärtnerin, neben ihrem Journalistenjob im Musikbusiness. Für eine schwedische Gartenzeitschrift tauchte sie in die Gartengeschichte ein und verfasste Porträts über lebende und tote Gärtnerinnen und Gärtner. Eine Riege von »vierzig der besten Gärtnerinnen und Gärtner der Welt« vereint sie nun in ihrem Buch.
Sie stellt die Charaktere dieser »Hortikultur-Elite« jeweils in kurzen unterhaltsamen Texten vor, manchmal mit Bezug zur Zeitgeschichte, manchmal mit Bezug zu ihrer eigenen Person. Am Ende gibt es jeweils einen Gartentipp. Da finden sich Persönlichkeiten aus fünf Jahrhunderten. »Sie gärtnerten oder gärtnern aus Protest – gegen Umweltzerstörung, Ungerechtigkeit, Dummheit, Hunger, Gier, Hässlichkeit, gegen Autoritäten und Mobber.«
Mit dabei ist beispielsweise die norwegische Gärtnerin und Kräuterbuchautorin Annemarta Borgen. Sie verwendete Ringelblumenblüten als unglaublich vielseitiges Gewürz. Jean-Baptiste de la Quintinie wird ebenfalls vorgestellt. Er legte im 17. Jahrhun dert den etwa zehn Hektar großen Küchengarten von Versailles für Sonnenkönig Ludwig den XIV. an. Quintinie beschäftigte sich intensiv mit der Wirkung der Sonne auf seine Gärten. Das ist für Elin Unnes Grund genug, diesem Thema ebenfalls eine Seite zu widmen. Auch Masanobu Fukuoka wird mit einer Vorstellung geehrt. Der japanische Wissenschaftler und Bauer ist möglicherweise der Erfinder der Samenbomben. Er brachte das Saatgut in seinen Obstgarten, ohne ihn umgraben zu müssen.
Schön verpackt bietet Elin Unnes viele spannende Infos zur Geschichte des Gärtnerns und gute Gartentipps von unterschiedlichsten Menschen, die »mehr oder weniger eine Art ökologische Anarchisten« sind. Gartenverrückt ist mein Gartenbuchhighlight des letzten Sommers und sei hiermit als Lektüre für den kommenden Sommer [Anmerkung der Redaktion: oder diese Winterferien] empfohlen.
Elin Unnes: Gartenverrückt
Atlantik, 2019, 304 Seiten, ISBN: 978-3-4550-0552-3

