Blattkohle (Brassica oleracea ssp.)

Grün-, Braun- oder Krauskohle, Palmkohl, Markstammkohl, Kohlrabi und auch die Zier- und Federkohle gehören zur Familie der Blattkohle.


In der vielgestaltigen Familie des Kohls bilden die Blattkohle eine bunte Gruppe. Sie umfasst Arten und Sorten ohne Kopfbildung, ohne Verzweigung oder verdickte Blütenstände. Sie tragen am Sprossende einen ausgeprägten Blattschopf. Dazu gehören Grün-, Braun- oder Krauskohle (in der Schweiz auch als Federkohl bezeichnet), Palmkohl, Markstammkohl, Kohlrabi und auch die Zier- und Federkohle. Ja, richtig gelesen, auch der Kohlrabi gehört zu den Blattkohlen. Franz Böhmig empfiehlt in seinen »600 Ratschlägen für den Gemüsegarten« von 1961, die Kohlrabiblätter zu essen und die Knolle an die Tiere zu verfüttern, denn der Vitamin- und Mineralstoffgehalt der Blätter sei zwei- bis dreimal höher.

Blattkohle zählen zu den ältesten in Mitteleuropa verzehrten Gemüsen. Bereits in der Jungsteinzeit wurden sie genutzt. Die Bezeichnungen Kohl und Brassica haben keltische Ursprünge. Anpassung an unterschiedliche Boden- und Klimaverhältnisse, aber auch Nutzungsgewohnheiten spielen eine Rolle bei der Verbreitung und sorgten in der Geschichte für zahlreiche regionale Sorten. Kohl war ein Grundnahrungsmittel auch in Notzeiten und strengen Wintern. Grün-, Braun- oder Krauskohle können je nach Sorte bis zu zwei Meter hoch wachsen und tolerieren bis -15 °C. Sie werden im Winterhalbjahr vielfältig genutzt. Palmkohl stammt aus dem Mittelmeerraum, ist hitzeverträglich und wird vom Sommer bis in den Herbst geerntet. Markstammkohl wird vorzugsweise als Tierfutter genutzt. Der Ewige Kohl, auch Staudenkohl genannt, ähnelt dem Wuchs der oben genannten zweijährigen Blattkohle. Er bildet jedoch keine Samen aus und wird durch Stecklinge vermehrt. Das ganze Jahr über kann man hier Blätter ernten.

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