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Permakultur und Geld
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Thema: Permakultur und Geld (Gelesen 2475 mal)
millitante
Jr. Mitglied
Beiträge: 85
Permakultur und Geld
«
am:
14. November 2007, 11:28:51 »
Liebes Forum!
In einem anderen Thread ist die Frage nach der Bedeutung von Geld in der PK aufgetaucht, weshalb ich diesen Thread jetzt eröffnet habe, weil ich denke, dass dieser Punkt diskutiert gehört.
Zuerst eine Frage? Gibt es bei euch in Deutschland Honorarrichtlinien, die Aufschluss darüber geben können, wie viel wer für welche Arbeit verrechnen darf?
Es gibt einige florierende Tauschkreise, denen auch Permies angehören, es gibt die Möglichkeit miteinander zu tauschen. Aber wenn ich zB für eine Familie planen möchte, die wenig bis gar keine Ahnung von PK hat, wie gehe ich dann vor? Würdet ihr ein Babsishonorar vorschlagen, das die eigenen Anfahrts- und Bürokosten abdeckt und für die Zukunft dann ein Tauschen mit dem, was sich aus dem ergibt, was ich selbst für diese Familie geplant habe?
Würdet ihr sozial gestaffelte Honorare vorschlagen?
Ich bin gespannt auf eure Ideen und Antworten dazu.
Liebe Grüße aus dem derzeit klirrend kalten Oberösterreich
Barbara
Gespeichert
In der Ruhe liegt die Kraft.
spunky
Administrator
Jr. Mitglied
Beiträge: 91
Permakultur und Geld
«
Antworten #1 am:
14. November 2007, 16:05:10 »
Hallo Barbara,
seeehr spannendes Thema, was Du da anschneidest.
Nein, in Deutschland gibt es in Sachen PK keine Honorarrichtlinien. Das würde ich persönlich auch als Eingriff in meine Geschäftsfreiheit ansehen. Ich entscheide selber, wie viel und was ich von wem für welche Arbeit haben möchte. Den Rest regelt der Markt...
Ich persönlich halte es auch eher mit harter Währung, als mit weichem Tauschwert, da ich mit Euro viel mehr Möglichkeiten habe und er eine tatsächlich global gültiges "Tauschmittel" ist. Die ganze Problematik rund um den Zins und anderer Mechaniken in unserm Geldsystem sind mir bewußt und ich halte das auf langte Sicht auch für eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Aber generell halte ich Geld für eine tolle Sache nehme gerne welches ein und gebe es genau so freudig auch wieder aus, dann dazu ist es da! [13]
Deshalb antworte ich auf Deine Frage im Themen-Untertitel mit: Tauschen und teilen gerne im sozialen Umfeld und ansonsten vor allem verdienen und ausgeben!
Das war jetzt eine ziemlich allgemeine Antwort, aber ich denke, die Diskussion kommt schon noch, gell? [13]
Viele Grüße,
spunky
Gespeichert
===
"Objektivität ist die Illusion, daß Beobachtungen ohne Beobachter gemacht werden können."
Heinz von Foerster
===
Gast
Gast
Permakultur und Geld
«
Antworten #2 am:
14. November 2007, 20:32:21 »
Hallo Barbara,
gut, dass du diesem Thema einen extra Raum gibst! :-)
Mit meinen Kunden (bisher im Normal-Designbereich) halte ich es so, dass es zwei Honorarkategorien gibt: eine für alle normalen Gewerbler und eine niedrigere für (kleine) gemeinnützige Vereine. (Überbleibsel im günstigen Tarif sind noch einige langjährige Ökokunden, aus der Zeit als die Ökos noch ums Überleben gekämpft haben...<g>)
Im PK-Bereich würde ich mir auch angucken, für wen ich was leiste und nicht den Siemenschef über denselben Kamm scheren wie die Alleinerziehende mit vier Gnomen. Aber möglichst klare Tarife zu haben, hat sich für mich bewährt und wenn man mit zweien auskommen kann, wunderbar.
Tauschgeschäfte würde ich nur in Ausnahmefällen machen.
Schöne Grüße,
Simone
Gespeichert
Gast
Gast
Permakultur und Geld
«
Antworten #3 am:
14. November 2007, 21:24:38 »
Hallo Barbara,
das Geben und Nehmen ergibt sich bei uns unter Nachbarn ob PK oder nicht PK aus den Erträgen , die wir oder die Nachbarn nicht selbst brauchen.
Es ist aber unser Wunsch, denen geben zu können, denen die Möglichkeit des Energieausgleiches fehlt. Dehalb beteiligen wir uns an einem investitions- und risikolosen Weg, von einer Bank für vorteilhafte Leistungen zu Bankkunden, gutes Geld zu bekommen. So werden wir richtig frei für unsere Entscheidungen zu helfen, wo es am nötigsten ist. Und wir fördern unseren Weg, autark zu leben.
Liebe Grüße
Gerd Blohm
Gespeichert
Gast
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Permakultur und Geld
«
Antworten #4 am:
15. November 2007, 09:51:01 »
Moin Barbara,
Von jemanden, denen Zeit und Geld investiert hat in einen PK-Ausbildung, darf man nicht erwarten das er seine Arbeit umsonst macht.
Eine angemessene Belohnung kommt da in Frage. Und das sehe ich als das Problem.
Wieviel kann man fragen ohne seine Glaubwurdigkeit zu verlieren?
Zu ueberhohte Betragen wecken den Eindruck, man mache das nur um schnell Reich zu werden und die Prinzipien sind einem nicht zu wichtig. Wobei das soziale Aspeckt doch auch ein Teil der PK ist.
Die Loesung von Simone gibt da sicher Moeglichkeiten. Allerdings ensteht dan auch die Schwerigkeit zu beurteilen ob man tatsaechlig nicht in der Lage ist nicht so viel zu bezahlen. Der Siemenschef und die 4-Gnomen-Alleinerziehende sind die Schwarz-Weiss beispielen in diesem Spiel. Im wirklichkeit gibt es eine sehr grosse Grauzone.
Ein Entwurf machen ist eine zu grosse Arbeit um im Tausch zu machen. Dabei sollte vielleicht eher kleinere Arbeiten in Frage kommen. Auch bei Tauschringen hat man Konten und kann man rot-stehen. Allerdings denke ich das es nicht angemessen ist zuviel rot zu stehen, weil das den Eindruck weckt man nehme nur und gebe nicht. Das gibt Schuldgefuehlen beim Rotsteher und der PK-Berater bekommt kein Geld zum Leben.
Der Welt ist noch nicht so das man ohne Geld auskommen kann.
Ob das einmal so sein wird? Das ist ein Ideal!
Frohes Schaffen heute,
Jorie
Gespeichert
Gast
Gast
Permakultur und Geld
«
Antworten #5 am:
15. November 2007, 12:52:35 »
Hallo Gerd,
Zitat
Dehalb beteiligen wir uns an einem investitions- und risikolosen Weg, von einer Bank für vorteilhafte Leistungen zu Bankkunden, gutes Geld zu bekommen.
magst du das bitte etwas näher erläutern?
Gespannte Grüße,
Simone
Gespeichert
Gast
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Permakultur und Geld
«
Antworten #6 am:
15. November 2007, 13:01:48 »
Moin Jorie,
Zitat
Allerdings ensteht dan auch die Schwerigkeit zu beurteilen ob man tatsaechlig nicht in der Lage ist nicht so viel zu bezahlen.
das ist dann auch eine Sache des offenen Gesprächs und Vertrauens. Ich denke, ein Erstgespräch in Sachen PK wird sicher vor Ort beim Kunden in spe stattfinden, da hat man dann schon einen lebendigen Eindruck der materiellen Situation.
Klar, viele wollen am Telefon eine Hausnummer haben und für mich hat sich bewährt, was ganz Grobes ausspucken zu können, das erspart manchmal viel Arbeit (denn das machen Angebote!). Wenn man hier auf feste Tarife zurückgreifen kann - oder auch Hausnummern für fest umrissene Aufgaben - ist das sehr nützlich. Man braucht dafür allerdings Erfahrung.
Zitat
Der Siemenschef und die 4-Gnomen-Alleinerziehende sind die Schwarz-Weiss beispielen in diesem Spiel. Im wirklichkeit gibt es eine sehr grosse Grauzone.
Natürlich, das ist so. Da muss ich damit leben, dass ich es nicht detailliert abgestuft allen recht machen kann. Wenns klemmt, finden sich auch noch Lösungen wie Ratenzahlung, oder man speckt das Wunschprogramm ab. Das wichtigste ist Offenheit, dann findet man immer eine einvernehmliche Lösung.
Sonnige Grüße,
Simone
Gespeichert
Gast
Gast
Permakultur und Geld
«
Antworten #7 am:
15. November 2007, 14:14:19 »
Also Basishonorare sind eher für den Kunden interessant, Stundenlohn kommt eher dem Dienstleister zu gute. Das kann sich aber bei wachsender Professionalität wieder umkehren.
Und wenn ich noch unerfahren bin, würde ich mich eher auf einen niedrigen Stundenlohn, als auf ein "All Inklusiv" Angebot einlassen. Auch gut finde ich, Tagessätze zu vereinbaren. Da ist dann auch der Kunde gewillt, konzentriert mit Dir zusammen zu arbeiten.
Mit der Preisgestalltung sollte man bei sich selbst anfangen. Also wieviel Geld(Ressourcen) verbrauche ich bzw. wieviel Geld(Ressourcen) brauche ich.
Wenn man sich nach den Anderen richtet, weil sie "dieses oder jenes" sind, wird es "Schwammig", und Du verlierst unter Umständen Deine Glaubwürdigkeit, was Deine Professionalität angeht. Auch da gibt es natürlich Ausnahmen, z.B. wenn der Auftrag Deiner Reputation zugute kommt.
Ciao
Nicolas
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Gast
Gast
Permakultur und Geld
«
Antworten #8 am:
15. November 2007, 16:25:34 »
Moin Simone,
Du hast warscheinlich recht. Ich habe die Erfahrungen nicht und versuch mich vor zu stellen wie das geht. Klar gehen da erst viele Gesprechen am Preis vor weg, und kannst du dann eine Eindruck bekommen von was der Kunde sich leisten kann.
Bis jetzt habe ich solchen Sachen immer von der Kunde-Seite gesehen. Wo ich mir oft von hohe Preise habe abschrecken lassen.
Was auch oft schade ist.
Hier ist die Sonne schon weg.
Trotzdem Schoene Gruss,
Jorie
Gespeichert
Gast
Gast
Permakultur und Geld
«
Antworten #9 am:
17. März 2008, 00:05:52 »
hallo ihr lieben!
ja immer mehr Meldungen kommen über den zu erwarteten Börsencrash.
Aus allen Richtungen-Finanz- Politik-Soziologie-Spiritualität.
Aber was meint uns das?
Was ist da zu erwarten?
Und wie weit betrifft es den einzelnen?
Dazu einige Gedanken ,Visionen und Gefühle von mir:
Die Börse ist eine Konstruktion,die gebildet wurde,um materielle Möglichkeiten für ein Entwicklung der produzierenden Wirtschaft zu schaffen,die nötig war, als Europa ein schmutziger, unterentwickelter und hungernder Teil der Erde war.
Spätestens seit den 70iger Jahren ist diese Institution überflüssig und läuft wie ein leeres Windmühlenrad.
Geldwirtschaft brachte Antriebe und Materie in Bewegung.
Nun ist die Infrastruktur fertig und zum Teil schon zu viel.um lebenswert zu sein.Gesetze sicherten die Entwicklung und wurden immer wieder angepasst an die geänderten Bedingungen, bis auch sie in eine nicht mehr lebendige Verkrustung führten.
Das Ziel war ehrenwert.
Aber es kam dazu,dass die Mittel zum Ziel wurden.
Die Anbetung des Geldes,der Börse,der Menschen-Gesetze.
Immer mehr Menschen glauben einfach nicht mehr daran.
Das ist gut so!
Menschen,die ihre Ersparnisse,Kräfte,Gedanken und Ressourcen diesem überaltertem System gegeben haben, könnten diese verlieren , wenn es denn endlich stirbt.
In der Natur des Universums gibt es kein Sparen über einen Zeitraum von einer Saison hinaus. Und auch keinen Gewinn durch Zurückhalten von Kraft.
Das Zinssystem und Geldsystem hat sich überholt.
Wie es zugrunde geht, ist abhängig von den Gedanken und Wünschen der Menschheit.
Die wahrscheinlich leiseste und liebevollste Art wäre, die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens.
Wir sind mitten im Paradies.
So ist die Natur des Universums.
Werte und Lebensinhalt werden sich verwesentlichen.
Dabei verliert niemand etwas Wertvolles.
Die das goldene Kalb anbeten,verlieren sicher Zahlenwerte,die eh nix mit dem Lebensgefühl zu tun haben.
Was verlieren die,die mit ihrer körperlichen und geistigen Kraft von Tag zu Tag ihr Dasein bestreiten?
Nix!
Von Tag zu Tag scheint neu die Sonne.
Der Börsen-crash wird nur diejenigen hart treffen,die die Börse als Lebensinhalt betrachten.
Also freuen wir uns darauf,die Neuentdeckung der Werte:Brüderlichkeit, Kreativität,Sein zu erleben!
Freude daran und Mut es mit anzusehn wünscht euch
a.
Gespeichert
Gast
Gast
Permakultur und Geld
«
Antworten #10 am:
01. Dezember 2008, 20:56:26 »
Ich folge gern diesen Gedanken, Angelpower. Doch sollte man in Bezug auf Permakultur sagen:
Permakultur ist eine ideale Lebensgrundlage für Selbstversorger, die in höchstmöglichem Masse aus der Leistungsgesellschaft aussteigen wollen. Auch normaler Bioackerbau ist das, aber PK ist sozusagen der Garten Eden, vorausgesetzt man besitzt genügend gutes Land. Im Prinzip ist man, abgesehen von den Grundsteuern völlig unabhängig vom Staat und der Wirtschaft - meines Erachtens die ideale Lebensgrundlage, aber das ist Geschmacksache.
Allerdings kann man auch kommerziell PK betreiben. Aber ich bin mir nicht sicher, ob sich das finanziell auszahlt. Bio-Produkte stehen sicherlich gut im Kurs, denn was heute im unteren Preissegment (nicht-bio) auf den Markt kommt, ist schlicht nicht mehr geniessbar. Aber die Erträge in PK sind meiner Enschätzung als Laie zufolge doch niedriger als im kommerziellen Bioanbau. Trotzdem wäre es sicherlich eine gute Sache gegen die Zerstörung grosser Resourcen durch Monokultur und Kunstdünger bzw. Errosion usw.
Für mich bedeutet PK mehr. Es mag ein Traum sein. Dennoch sind wir alle Zeuge der Vitalität, die uns Mutter Erde und die Energie der Sonne SCHENKT. Im Prinzip wachsen uns die Trauben in den Mund, ganz egal, wie aufwendig Landwirtschaft sein kann. Diesem Grundgedanken folgend sehe ich die Rückkehr zu Bescheidenheit und Naturverbundenheit als wirtschaftliche Chance für kommende Zeiten. Das Leben in der Gesellschaft wird immer unbefriedigender werden, deshalb braucht man noch mehr Geld, um sich oberflächliche Befriedigung zu kaufen, die Kluft Arm/Reich wächst unaufhörlich.
Dahingegen werden Selbstversorger kaum Probleme bekommen. Allerdings sollte man zumindest die Grundsteuern immer zahlen können.
So gesehen ist PK zwar ein Teil eines glaubhaften und realisierbaren Ausstiegsmodells, Aussteigen aber nicht zwingend Teil von PK.
PS was ich noch sagen wollte: Tauschhandel halte ich für eine sehr gute Sachen. Bio- und PK Höfe sollten sich vernetzten und Tauschhandel betreiben. Siehe auch "Bolo-Bolo". Auf diese weise entsteht ein monetäres Parallelsystem, das vom Zusammenbruch des öffenbtlichen Geldsystems nicht nur unbeschadet bleibt, sondern sogar davon profitiert.
Grundlegend ist meines Erachtens: Im Tauschhandel existiert ein realer Wert der "Währung". Im Geldsystem existiert hingegen nur ein hypothetischer Wert (insbesondere nach Aufhebung des Goldstandarts).
Die Menge an zirkulierendem Geld hat sich losgekoppelt von der Menge an Gütern, für die diese Geldscheine sozusagen als Check ausgestellt wurden. Der Staat druckt nach Belieben Geld. Man sagt auch "Fiat Money"
("Es werde Geld!")-Geld, weil es aus dem Nichts erschaffen wird.
Abstrakte Finanzmarktregulierungen verhindern den totalen Zusammenbruch während das Geldsystem an den Leitplanken schrammt.
Hinter dem Welt-Finanzsystem steckt viel Politik, insbesondere auch Imperialpolitik. Ich will hier aber nicht politisch werden. Was ich sagen will ist: Bolo-Bolo, oder Selbstversorgung und ein Tausch-Netz sind Möglichkeiten, sich einer kaputten Gesellschaft weitgehend zu entziehen, legal ein paralleles, nachhaltig lebensfähiges Wirtschaftssystem aufzubauen. Das Tauschnetz erleichtert dabei natürlich vieles.
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